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ILMAC 2019 und MUT 2019 in Basel

Plattform für Aussteller und für Besucher

Vom 24. bis 27. September dieses Jahres wird in Basel die 21. Ilmac, Schweizer Fachmesse für Prozess- und Labortechnologie, stattfinden. Im Interview vermittelt Messeleiter Michael Bonenberger Wissenswertes zum etablierten Treffpunkt der Schweizer Chemie-, Pharma- und Biotechbranche. Erstmals wird zudem die Umwelttechnikmesse MUT 2019 durchgeführt werden.

Interview: Kurt Hermann
 

Kurt Hermann: Die Ilmac wurde 1959 erstmals durchgeführt. Was heisst eigentlich «Ilmac» und was hat sich in den letzten 60 Jahren Wesentliches an der Messe geändert?

Michael Bonenberger: Ilmac ist heute eine Marke und hiess einmal Internationale Fachmesse für Labroatoriums- und Verfahrenstechnik, Messtechnik und Automation in der Chemie. Die Fachmesse hat eine bewegte Geschichte wie auch die Schweizer Chemieindustrie. In den 60 Jahren ist viel passiert, aber die grösste Veränderung ist sicherlich der Trend weg von der Massenproduktion zur kundenspezifischen Lösung bis hin zur Losgrösse eins.

 

Wie hat die Digitalisierung die Entwicklung der Messewelt beeinflusst?

Früher waren Messen die einzigen Möglichkeiten, sich zu informieren. Ende der neunziger Jahre ist dann alles umgeschwenkt auf die digitale Welt, Online wurde als Allheilmittel gesehen. Unterdessen hat man erkannt, dass die digitale Welt trotzdem den analogen Treffpunkt braucht. Wir Menschen sind nicht digital. Die Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht.

ILMAC

Bild: ILMAC
 

Die Veranstalterin der Ilmac, die MCH Messe Schweiz (Basel) AG, hat in den letzten Monaten reichlich für negative Schlagzeilen gesorgt. Hat dies Konsequenzen für die Ilmac und auch andere Basler Fachmessen?

Die MCH-Gruppe ist im Umbruch. Aber in diesem Umbruch zeigt sich auch die Stärke der Fachmessen und der fachspezifischen Publikumsmessen. Das sind diejenigen Messen, die sehr gut funktionieren, für die Aussteller und auch für die Besucher.

 

Lassen Sie uns auf die Ilmac zurückkommen. Was sind Ihre Prognosen bezüglich der Veranstaltung im September?

Ich erwarte rund 450 Aussteller sowie 12’000 Besucher wie an der Ilmac 2016. Ich gehe davon aus, dass einzelne Stände kleiner werden, dass man näher zusammenrücken wird. Dies, weil heutzutage nicht unbedingt wie früher die Produktpräsentation im Vordergrund steht, sondern die Firmenpräsentation, das Image und das Netzwerken. Wenn neue Produkte präsentiert werden, geschieht dies eher zufällig.

 

Welche Änderungen können die Besucher erwarten?

Es wird nicht viele Änderungen geben, weil das Konzept von 2016 mit der Vermischung der Prozess- und Labortechnologie gut gegriffen hat. Wir werden aber nur noch einen Forumsbereich haben; die wissenschaftlichen Vorträge und die Fachvorträge der Aussteller werden an einem Ort stattfinden, damit die Besucher alle Referate anhören können. Nicht vergessen darf ich, dass die Schweizerische Chemische Gesellschaft eine neue Abteilung gegründet hat, nämlich die Abteilung Sustainable Chemistry. Und diese Abteilung wird ihren Kongress während der Ilmac durchführen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die Relevanz der Messe in diesem wissenschaftlichen Kontext erhöhen werden. Eine grosse Änderung ist, dass wir parallel zur Ilmac die Umwelttechnikmesse MUT Basel 2019 veranstalten werden. Wir werden darauf sicher im Verlauf unseres Gesprächs noch zurückkommen. Auch Sonderschauen wird es geben. So wird sich die ABC-Truppe des Schweizer Militärs präsentieren, die viele Berührungspunkte mit der Chemie hat. Zudem werden wir einen Reinraum- sowie einen Maintenance-Pavillon haben. Letzteres im Hinblick darauf, dass die Maintenance in der Digitalisierung eine immer grössere Rolle spielt.

 

Was erwarten Sie von den Ausstellern?

Wir haben über die Ilmac Lausanne gelernt, dass das Einladungsmanagement eine ganz wichtige Rolle spielt und dass die Aussteller bei Weitem nicht dort sind, wo sie eigentlich sein sollten. Lassen Sie mich dies an einem Beispiel illustrieren: Unabhängig davon, ob ein Unternehmen ein Firmenjubiläum oder eine Messepräsenz organisiert, muss es Gäste einladen. Die Aussteller müssen ihre Kunden aktiv bewerben. Die Aussteller und die Messe sind Teil der Community. Nur wenn wir zusammen einladen, kommen auch alle. Wir von der Ilmac bieten die Tools dazu, wir unterstützen die Aussteller. Wir helfen zudem etwas zu kreieren, um die Besucher attraktiv an den Platz zu bringen. Wir sind offen für neue Vorschläge.

 

Stimmt es, dass die Ilmac zukünftig im Zweijahresrhythmus durchgeführt werden soll?

Die Entwicklungsschritte sind gerade in unserem Technologiebereich so schnell, dass eine Dreijahresmesse in den Hauptsegmenten nicht mehr zeitgemäss ist. Die ursprüngliche Entscheidung für einen Dreijahresrhythmus erfolgte wegen der langsameren Entwicklung der stark regulierten Prozesstechnik. Aber selbst dort ist man heute wesentlich schneller. Wir haben Marktforschung betrieben: 75 Prozent der Besucher wollen einen ein oder zweijährigen Messerhythmus. Selbst die Aussteller sind zu über 60 Prozent der Meinung, dass der Einjahresturnus Messe Basel – Messe Lausanne – Messe Basel eine gute Sache ist. Uns ist klar, dass das Geld nicht unendlich vorhanden ist. Dennoch müssen wir es schaffen, die Ilmac 2021 in Basel so aufzustellen, dass sowohl die Aussteller als auch die Besucher zufrieden sein werden.

 

Wie stark leiden Sie unter der Konkurrenz durch die grossen Leitmessen in Deutschland?

Wegen der Gleichzeitigkeit mit Leitmessen in Deutschland müssen wir das bessere Programm bieten. Wir sind zudem national oder gar, wie in Lausanne, regional ausgerichtet. Im Vergleich zu den Leitmessen reicht bei der Ilmac ein Tag für den Besuch, was natürlich ein grosser Vorteil ist. Die Ilmac ist nah, umfassend und übersichtlich.

 

Noch zur MUT. Umweltmessen hat es in Basel schon früher gegeben. Sie haben nicht überlebt. Was hat Sie bewogen, erneut eine Umweltmesse zu lancieren?

Die Entsorgungsbranche hatte den Wunsch nach einer Netzwerkplattform in der Schweiz. Diesem Wunsch werden wir mit der Parallelmessse MUT gerecht, an der wir rund 50 Aussteller erwarten. Ähnlich wie bei der Ilmac in Lausanne werden wir kostengünstige standardisierte Einheitsstände zur Verfügung stellen. In Zusammenarbeit mit relevanten Fachverbänden werden zudem Fachvorträge und Seminare in einem Containerforum organisiert.

 

Was motiviert Sie, sich immer wieder aufs Neue für die Ilmac zu engagieren?

Ich glaube an die Veranstaltung «Messe». Es gibt allerdings eine skalierte und veränderte Messewelt. Ich bin mir bewusst, dass wir das Produkt «Ilmac» an die Aussteller anpassen müssen. Selbstverständlich müssen sich die Aussteller auch selbst einbringen. Besonders während der Messe müssen sie auf die Besucher zugehen. Standpersonal, das die Ilmac für Arbeiten am Computer nutzt, hat ein teures Büro. Kurz: Die Messe ist der Zeitpunkt, wo man das Zwischenmenschliche nutzen kann.

 

www.ilmac.ch